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HASSLACHER NORICA TIMBER, from wood to wonders
HASSLACHER NORICA TIMBER, from wood to wonders
© HASSLACHER Gruppe | Peter Maier

Ein Leben für das Holz

Herbert Kulterer zum 90. Geburtstag

Wurzeln zwischen Bauernhof und Sägewerk

Herbert Kulterer wurde am 26. September 1936 als Ältester von sechs Kindern des Landwirtes Karl Kulterer und dessen Frau Auguste, einer Tochter des Firmengründers Jakob Hasslacher, zur Welt. Aufgewachsen am väterlichen Bauernhof in Thon bei Grafenstein lernte er früh, was Arbeit, Verantwortung und Zusammenhalt bedeuten. Die Kindheit prägten das bäuerliche Leben ebenso wie die Kriegsjahre, die einquartierten Soldaten und die Bombardierung von Klagenfurt.

Eigentlich als Erbe des elterlichen Hofes vorgesehen, stellte ein Wunsch des Großvaters die Weichen neu: 1950 äußerte Jakob Hasslacher, der 1901 mit einer kleinen Holzschleiferei in Feistritz bei Sachsenburg den Grundstein zur heutigen HASSLACHER Gruppe gelegt hatte, die Absicht, seinen Enkel in seinen Forst- und Industriebetrieben einzusetzen. Der erst 14-Jährige entschied sich für diese Laufbahn und begann neben der Realschule in Klagenfurt sofort mit kaufmännischem und sprachlichem Privatunterricht.

Unternehmer mit 22 Jahren

Nach der Matura mit ausgezeichnetem Erfolg studierte Herbert Kulterer an der Hochschule für Bodenkultur in Wien Forst- und Holzwirtschaft. Sein umfangreiches kaufmännisches Wissen erwarb er sich parallel dazu in Seminaren und als außerordentlicher Hörer an der Hochschule für Welthandel, ergänzt um Praxismonate und Studienreisen nach Deutschland, Skandinavien und in die USA. Als 1958, kurz vor Beendigung seines Studiums, Großvater Jakob Hasslacher starb, übernahm Kulterer mit nur 22 Jahren die Hasslacher Holzindustrie in Sachsenburg als alleiniger Inhaber. Diese bestand damals aus drei Betrieben mit insgesamt 180 Mitarbeitern: das Sägewerk in Sachsenburg, die Pappenfabrik in Spittal an der Drau und den land- und forstwirtschaftlichen Betrieb, dessen Verwaltung er selbst übernahm. 1962 legte er die ministerielle Staatsprüfung für den höheren Forstverwaltungsdienst mit Auszeichnung ab.

Was folgte, war ein jahrzehntelanger, konsequenter Aufbau: Beginnend mit der Modernisierung des Sägewerks in Sachsenburg nach skandinavischem Vorbild im Jahr 1960 steigerte Kulterer die Einschnittleistung des Sägewerks Schritt für Schritt - von 25.000 Festmetern bei der Übernahme auf 150.000 Festmeter im Einschichtbetrieb Ende der 1990er-Jahre. Er verstand es dabei wie kaum ein anderer, die Öffnung Europas für das Familienunternehmen optimal zu nutzen.

Die Feuerprobe von 1998

Der Weg dorthin war alles andere als leicht. Vor allem der Großbrand zu Ostern 1998, der mit der modernisierten Sägehalle das Herzstück des Betriebes zerstörte, hätte viele entmutigt. Doch Herbert Kulterer bewies gerade in dieser schwierigen Zeit einen bemerkenswerten Willen und Weitblick: Anstatt sich geschlagen zu geben, sah er in der Katastrophe eine Chance zum Neuaufbau, zur Modernisierung und zur Expansion. Aus dem ersten Schock erwuchsen eine unvergleichliche Motivation und ein starker Zusammenhalt zwischen Betriebsführung und Belegschaft.

Kulterer entschied sich für den Wiederaufbau und dachte dabei größer als zuvor: Er investierte in neueste Technologien, verdoppelte die Einschnittkapazität und schuf ein hochmodernes Großsägewerk. Mit dem Erwerb der beiden Kärntner Sägewerke der Feltrinelli-Drauland GmbH in Arnoldstein und St. Veit und der späteren Fusion zur HASSLACHER DRAULAND Holzindustrie GmbH kompensierte er nicht nur den Brandausfall, sondern öffnete dem Unternehmen zugleich neue Märkte bis nach Japan und in die USA. Es folgten die Gründung der NORICA TIMBER Vertrieb GmbH als Exporthaus, der Einstieg in die Erzeugung von Brettschichtholz mit der NORITEC GmbH (2001) und sowie die Biomasse-Stromerzeugung (2004). So formte Herbert Kulterer aus dem übernommenen Sägewerk Schritt für Schritt eine breit aufgestellte Holzindustrie, deren Herzstück die Sägewerke blieben.

Nach fast 50 Jahren übergab Herbert Kulterer das Unternehmen 2007 an seine Söhne: Christoph Kulterer übernahm den Industriebetrieb, Stefan Kulterer die Forstwirtschaft. Unter der Führung von Christoph Kulterer wuchs die HASSLACHER Gruppe schließlich zu dem, was sie heute ist: ein internationaler Global Player und Weltmarktführer des Holzbaus. Ein Beweis dafür, wie tragfähig das Fundament war, das der Vater gelegt hatte.

Botschafter des Holzes

Über das eigene Unternehmen hinaus war Herbert Kulterer über Jahrzehnte einer der führenden Interessenvertreter der Holz-, Papier- und Sägeindustrie in Europa. Die Liste seiner Funktionen ist lang: Fachverbandsvorsteher der Sägeindustrie Österreichs, Delegierter der Wirtschaftskammer Kärnten, Fachgruppenvorsteher der Sägeindustrie und Vorsteher-Stellvertreter der Papierindustrie Kärnten, Obmann der Fachgruppe Holzindustrie Kärnten, Obmann im Landesholzwirtschaftsrat und Vizepräsident der Industriellenvereinigung Kärnten.

In seine Zeit als Fachverbandsvorsteher (1986 bis 1995) fiel eine dramatische Strukturveränderung der Branche und eine seiner nachhaltigsten Initiativen: Unter Kulterer wurde der alte Bundesholzwirtschaftsrat in die Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Forst- und Holzwirtschaft „proHolz" umgewandelt, heute eine weithin anerkannte Plattform für Holzmarketing und Kooperation, die weit über Österreichs Grenzen hinaus wirkt. Zuvor hatte er sich 1983/84 als Verhandlungsleiter der österreichischen Kommission um den „Contratto Tipo" verdient gemacht, der die Handelsusancen zwischen Österreich und Italien auf eine neue, schriftliche Basis stellte. Dass sein Wirken auch auf höchster Ebene wahrgenommen wurde, zeigt eine Episode aus Japan: Bei einer Wirtschaftsmission mit Bundespräsident Klestil berichtete Kulterer dem japanischen Kaiser Akihito persönlich über die Holzgeschäfte zwischen Österreich und Japan.

Ein Lebenswerk, das trägt

Die Republik Österreich würdigte Herbert Kulterer mit dem Berufstitel Kommerzialrat und dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik, das Land Kärnten mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen und dem Recht zur Führung des Landeswappens. Dazu kommen unter anderem die Große Silberne Ehrenmedaille und der Karl-Baurecht-Ehrenring der Wirtschaftskammer Kärnten, die Goldene Ehrennadel des Fachverbandes der Holzindustrie, die Goldene Tanne der Holzmesse Klagenfurt sowie der EUROPAEUS für sein Lebenswerk.

Was 1901 mit der kleinen Holzschleiferei des Großvaters begann, hat Herbert Kulterer ab 1958 mit Weitblick, Mut und unermüdlichem Einsatz zur modernen Holzindustrie ausgebaut und ist der Grundstein des heute international tätigen Familienunternehmens in dritter Generation. Herbert Kulterers Lebenswerk steht damit für das, was einen echten Unternehmer ausmacht: Verantwortung übernehmen, in Krisen Chancen erkennen und rechtzeitig weitergeben, was einem anvertraut wurde.

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